14 Stunden Dauereinsatz
Am 24.09.2011 gestaltete die Freiwillige Feuerwehr Windsbach ihre Übung im Rahmen der jährlichen Brandschutzwoche im Landkreis Ansbach einmal anders. Vom Kommandanten kam die Anweisung an alle teilnehmenden Feuerwehrleute: „Haltet euch den Tag frei!“
Um 08.10 Uhr ging per Handy die Alarmierung an die Teilnehmer raus. Übungseinsatz!
Rund 30 Feuerwehrleute fanden sich im Gerätehaus ein und besetzten die Fahrzeuge. „Feuermeldereinlauf in der Trocknung“, war der Einsatzbefehl. Nach Erkundung der Lage stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.
09.28 Uhr eine weitere Alarmierung. „Verletzte Person auf einem Flachdach in der Lindenstrasse!“ Am Einsatzort angekommen kam die Anweisung des Notarztes vor Ort, die Person kann nur liegend, waagerecht vom Dach gerettet werden. Durch diese Information kam eine normale Rettung über eine Anlegeleiter nicht in Frage. Als erstes musste der Verletzte auf eine Trage gelegt und festgebunden werden. Weitere Einsatzkräfte bauten zwischen dem Garagendach und einem Feuerwehrauto ein provisorisches Gerüst mit Leiterteilen und Bohlen. Durch den Zwischenraum konnte dann der Verletzte schonend abgelassen und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Gegen 11.11 Uhr ging ein weiterer Alarm an die Teilnehmer raus. „Starke Rauchentwicklung im ehemaligen Baywa-Turm mit zwei vermissten Personen!“ Beim Eintreffen wurden wir von einer Frau erwartet, die uns mitteilte, dass sie sich selbst befreien konnte, aber ihr Freund sei noch irgendwo in dem Gebäude. Durch die starke Rauchentwicklung war eine Suche nach der Person nur unter Atemschutz möglich. Zwei Trupps durchsuchten den Turm und fanden den bewusstlosen Mann im vierten Stock. Er wurde durch das enge Treppenhaus gerettet und das Feuer gelöscht.
Um 13.33 Uhr stand ein Unfall mit einem Wohnwagen auf dem Programm. Der Eigentümer liegt bewusstlos im Inneren des Wohnwagens. Gasgeruch! Unter Atemschutz ging ein Trupp vor und trennte die Stromverbindung zwischen Auto und Wohnwagen. Auch drehte er die Gasflasche im vorderen Bereich zu. Mit einem Gasmessgerät untersuchte er die Konsistenz des Gas-Luftgemischs. Nachdem die Person aus dem Gefahrenbereich gebracht wurde, hatte sich das Gemisch so verdünnt, dass keine Gefahr mehr bestand.

Beim Eintreffen im Gerätehaus erwartete die Teilnehmer dann zur Stärkung Kaffee und Kuchen.
Gegen 16.07 Uhr folgte der nächste Einsatz. „Gefahrgutunfall bei der neuen Kläranlage!“ Ein Kleinlaster ist verunfallt und ein Behälter mit einer ätzenden Flüssigkeit leckt. Nach der groben Erkundung durch einen Atemschutztrupp stand fest, das ein Umpumpen und Auffangen der Flüssigkeit nur mit CSA (Chemikalienschutzanzug) durchgeführt werden kann. Der Gefahrenbereich wird in vier Bereiche eingeteilt. Schwarz: Nur für CSA. Grau: Nur für Atemschutz. Weiß: Normale Feuerwehrleute. Großzügige Absperrung mind. 50 m für die Bevölkerung. Während sich zwei Feuerwehrleute mit CSA ausrüsten, beginnt ein weiterer Atemschutztrupp einen provisorischen Wasserwerfer zum Niederschlagen der entstehenden Dämpfe aufzubauen. Ein weiterer Atemschutztrupp trägt alle nötigen Geräte vor, sodass der CSA-Trupp mit dem Auffangen und dem Umpumpen beginnen konnte.

Um 18.27 Uhr wurden wir zur Personenrettung gerufen. Im Waldgebiet Zeller-Weiher hatten sich drei Personen verlaufen und eine von ihnen sollte verletzt sein. So wurden die Feuerwehrleute und die herbeigerufenen Sanitäter des BRK in Gruppen eingeteilt und auf die Suche in die Planquadrate im Wald geschickt. Mit der Wärmebildkamera ausgerüstet fand ein Trupp gleich zwei Personen, aber die Verletzte war nicht dabei. Sie wurde von weiteren Feuerwehrleuten und dem BRK kurz darauf unter einem umgefallenen Baum gefunden und versorgt.
Der letzte Einsatz an diesem Tag war um 20.29 Uhr und bestand aus einem Verkehrsunfall. Eine PKW Fahrerin geriet durch überhöhte Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab, blieb nach einem Überschlag auf der Seite liegen und konnte sich alleine nicht mehr befreien. Die Feuerwehr sicherte mit Leitern und Unterbauhölzern das Fahrzeug gegen Wegrutschen. Das herbeigerufene BRK versorgte und betreute die verletzte Fahrerin im Inneren des Fahrzeuges. Durch die hereinbrechende Dunkelheit wurde die Unfallstelle mit Scheinwerfern ausgeleuchtet und der Greifzug kam zum Einsatz. Nun konnte die Fahrerin durch den Einsatz von Spreizer und Schneidgerät befreit werden.